Kirchliche Fotografie in Wien: Fünfherrenamt im tridentinischen Ritus & Marienprozession
Es gibt Momente, bei denen Fotografie mehr bedeutet, als lediglich das Geschehen festzuhalten.
Gerade bei der fotografischen Begleitung einer feierlichen Liturgie geht es für mich darum, die Würde des Gottesdienstes, seine besonderen Augenblicke und oft auch die vielen kleinen Details sichtbar zu machen, ohne dabei selbst in den Mittelpunkt zu treten.
Im September durfte ich in Wien ein feierliches Fünfherrenamt in der überlieferten Form des römischen Ritus sowie die anschließende große Marienprozession durch die Wiener Innenstadt fotografisch begleiten.
Eine Aufgabe, die für mich in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes war.
Die überlieferte Liturgie fotografisch festhalten
Die traditionelle katholische Liturgie besitzt eine ganz eigene Bildsprache.
Die Ausrichtung zum Altar, die liturgischen Gewänder, Weihrauch, Kerzen, das Licht im Kirchenraum, die Bewegungen der Ministranten und des Klerus sowie die zahlreichen vorgeschriebenen Gesten ergeben ein Gesamtbild, dessen Bedeutung weit über eine rein ästhetische Wirkung hinausgeht.
Gerade die überlieferte Liturgie des römischen Ritus, häufig auch als alter Ritus, alte Messe, tridentinische Messe oder traditionelle lateinische Messe bezeichnet, verlangt deshalb auch vom Fotografen besondere Aufmerksamkeit.
Mein Ziel ist nicht, möglichst viele Bilder zu produzieren.
Ich möchte die entscheidenden Momente erkennen und so festhalten, dass man beim späteren Betrachten etwas von der Feierlichkeit, Sammlung und Würde der Liturgie wiederfindet.
Dazu gehören die großen Augenblicke ebenso wie die kleinen Details: gefaltete Hände, Weihrauch im einfallenden Licht, kunstvoll gearbeitete Paramente, ein liturgisches Buch, der Blick zum Altar oder die konzentrierte Arbeit der Ministranten.
Ein feierliches Fünfherrenamt in Wien
Besonders eindrucksvoll war an diesem Tag das Fünfherrenamt.
Eine derart feierliche Form des Hochamtes bietet fotografisch eine außergewöhnliche Fülle an Motiven. Gleichzeitig verlangt sie große Zurückhaltung.
Als Fotograf innerhalb einer Kirche möchte ich mich möglichst unauffällig bewegen, den Ablauf der Liturgie respektieren und Situationen bereits im Vorhinein erkennen können. Gerade bei einem feierlichen Hochamt im traditionellen römischen Ritus ist es hilfreich, mit grundlegenden liturgischen Abläufen vertraut zu sein.
Denn ein Fotograf sollte im Gottesdienst nicht ständig auf das reagieren müssen, was bereits passiert ist.
Vielmehr geht es darum zu wissen, wann ein wichtiger Augenblick bevorsteht, welche Perspektive dafür geeignet ist und wann es besser ist, die Kamera bewusst nicht zu heben.
Diese Zurückhaltung gehört für mich zur kirchlichen Fotografie genauso wie das technische Beherrschen der Kamera.
Würde und Details statt klassischer Eventfotografie
Kirchliche Fotografie unterscheidet sich für mich deshalb wesentlich von gewöhnlicher Eventfotografie.
Natürlich entstehen auch Übersichtsbilder, Bilder der versammelten Gläubigen und Aufnahmen, welche den gesamten Kirchenraum zeigen.
Besonders wichtig sind mir jedoch jene Fotografien, die etwas von der Atmosphäre vermitteln.
Das Licht auf einem Messgewand.
Der aufsteigende Weihrauch.
Die Hände eines Priesters am Altar.
Die Ordnung der Ministranten.
Ein Kreuz im Hintergrund.
Die Stille eines Augenblicks.
Oder eine Perspektive, in der Architektur, Liturgie und Menschen für einen kurzen Moment zu einem gemeinsamen Bild werden.
Gerade Klöster, Stifte, Wallfahrtskirchen und traditionsreiche Pfarreien besitzen häufig eine jahrhundertelang gewachsene religiöse und kulturelle Bildsprache. Diese möchte ich in meinen Fotografien nicht verändern, sondern sichtbar machen.
Marienprozession durch die Wiener Innenstadt
Nach dem feierlichen Fünfherrenamt in der Minoritenkirche Wien führte die Marienprozession durch das historische Zentrum der Stadt – vorbei an der Wiener Hofburg, über die Innenstadt und bis in den Bereich des Stephansdoms und Stephansplatzes.
Gebetet wurde der Rosenkranz, begleitet von traditionellen Marienliedern.
Gerade diese Verbindung faszinierte mich fotografisch besonders: katholische Tradition mitten im heutigen Stadtbild Wiens.
Die Gottesmutter wird durch Straßen und über Plätze getragen, während rundherum das gewöhnliche Leben einer Großstadt weitergeht.
Solche Situationen bieten Bilder, die nicht inszeniert werden können.
Sie entstehen für wenige Sekunden – und sind dann wieder verschwunden.
Katholische Tradition sichtbar machen
Die Fotografie hat für kirchliche Einrichtungen heute noch eine weitere Aufgabe.
Klöster, Stifte, Pfarreien, Wallfahrtsorte und katholische Gemeinschaften besitzen einen ungeheuren Schatz an Liturgie, Geschichte, Kunst und gelebtem Glauben.
Viele dieser Dinge lassen sich mit Worten nur teilweise vermitteln.
Ein gutes Bild kann hingegen unmittelbar zeigen, was einen Ort oder eine Feier ausmacht.
Das gilt für die tridentinische Messe und den Usus antiquior ebenso wie für ein feierliches Hochamt, eine Profess, ein Patrozinium, eine Priesterweihe, ein Klosterjubiläum, eine Wallfahrt oder eine Prozession.
Dabei möchte ich kirchliche Feiern nicht künstlich inszenieren.
Meine Aufgabe sehe ich vielmehr darin, aufmerksam zu beobachten und jene Momente festzuhalten, in denen das Wesentliche bereits vorhanden ist.
Fotografie für Klöster, Stifte und kirchliche Einrichtungen
Durch meine Arbeit durfte ich mich in den vergangenen Jahren zunehmend auch mit kirchlicher und klösterlicher Fotografie beschäftigen.
Gerade dieser Bereich verbindet vieles, was mir an Fotografie wichtig ist: Menschen, Geschichte, Architektur, Tradition und eine starke Bildsprache.
Ich begleite daher gerne Klöster, Stifte, Pfarreien, Wallfahrtsorte, Bruderschaften und andere katholische Einrichtungen bei besonderen Anlässen.
Das können feierliche Gottesdienste und Prozessionen ebenso sein wie Reportagen über das Klosterleben, Porträts, Gemeinschaftsaufnahmen, Kirchen- und Raumfotografie oder Bildmaterial für Websites, Publikationen, Jubiläumsbroschüren und Öffentlichkeitsarbeit.
Besonders wichtig ist mir dabei ein respektvoller und möglichst unauffälliger Umgang mit der Liturgie und den Menschen, die ich fotografiere.
Kirchliche Fotografie in Österreich
Als Fotograf aus dem Salzkammergut begleite ich kirchliche Veranstaltungen nicht nur in Oberösterreich und Salzburg, sondern gerne auch in Wien und in anderen Teilen Österreichs.
Wenn Sie für ein Kloster, Stift, eine Pfarre, Wallfahrtskirche oder eine andere katholische Einrichtung hochwertiges Bildmaterial benötigen oder eine besondere liturgische Feier fotografisch dokumentieren möchten, freue ich mich über Ihre Anfrage.
Ganz gleich, ob es sich um ein traditionelles Hochamt, eine Feier im alten bzw. überlieferten römischen Ritus, eine Marienprozession, eine Wallfahrt, ein Patrozinium oder eine Reportage aus dem Klosterleben handelt:
Mein Anspruch bleibt derselbe.
Die Würde des Augenblicks bewahren und jene Details festhalten, die erzählen, was diesen Augenblick besonders macht.